Mein aktuelles Fotoprojekt beschränkt das Porträtieren einer Person nicht auf einen einmaligen Vorgang. Keine Sitzung beim Fotografen, sondern der Ablauf eines ganzen Tages mit seinen Gewohnheiten, Ritualen und besonderen Anlässen wird von der Kamera begleitet, die wie ein unbeteiligter Beobachter am Geschehen teilnimmt. Im besten Fall wird sie gar nicht mehr wahrgenommen.
Es entsteht eine Serie von 30 Bildern, die uns den Menschen näher bringt, als es durch Einzelporträts möglich wäre. Gleichzeitig wird durch Kameraführung und spezielle Bildbearbeitung eine respektvolle Distanz gewahrt.
Hanne hatte sich schon immer autodidaktisch als Objektkünstlerin betätigt. Nach etlichen Asienreisen und der Begegnung mit dem Buddhismus wurde ihr zentrales Thema die Figur des Jesus Christus als Bruder aller Menschen.
Sie nahm ihn vom Kreuz, gab ihm neue Kleider, ließ ihn Berufe ausüben und machte ihn zu jemandem, der unter den Menschen lebt, als einer von ihnen und Gottes Sohn zugleich.
Aus der persönlichen und künstlerischen Verbundenheit mit Hanne gingen mehrere Ausstellungen hervor, in denen ihre Werke zusammen mit meinen großformatigen Fotos von diesen gezeigt wurden.
Alphonso wurde in einer Kleinstadt in Ghana geboren. Neben seiner Mutter-sprache spricht er die Amtssprache Englisch und nach einem Besuch von Kursen am Goethe-Institut in Accra auch etwas Deutsch.
Die kulturelle Prägung in seinem Heimatland unterscheidet sich sehr von der in Deutschland. Das Zusammenleben gestaltet sich viel unbürokratischer und mit einer starken Betonung auf Gemeinschaftsgefühl, familiären Bindungen und regionalen kulturellen Traditionen.
Es zählen die persönlichen Fähigkeiten, auch ohne formale Abschlüsse. So wurde Alphonso Haarschneider durch Zuschauen und Nachahmen.
Er spielt leidenschaftlich gern Fußball. Die Mitspieler stammen überwiegend ebenfalls aus Ghana, aber auch Weiße sind willkommen. Die Atmosphäre ist freundlich und aufgeschlossen.
