Restauratorinnen und Restauratoren haben Bedarf an exakten Abbildungen von Kunstwerken:

  • Für die Ermittlung und Begründung des Aufwands gegenüber Kunden
  • Zur Dokumentation des Vorher/Nachher-Zustands
  • Als Material für die Eigenwerbung in Print- und Onlinemedien

Künstlerinnen und Künstler können hochwertige Reproduktionen ihrer Arbeiten gut gebrauchen:

  • Für Bewerbungsmappen, Kataloge und die Gestaltung ihrer Website
  • Als Dokumentation von Werken, die verkauft wurden
  • Als Faksimile, das statt des Originals günstig angeboten werden kann

Am Beispiel eines Acryl-Gemäldes (20 x 20 cm) der Bonner Künstlerin Ello Becker stelle ich mein Verfahren vor. Aufgrund des optimierten Workflows und ausgefeilter Technik kann ich eine ausgezeichnete Qualität zu einem sehr günstigen Preis anbieten.

(Bewegen Sie den Mauszeiger über eines der folgenden Bilder für einen direkten Vergleich mit dem Endergebnis.)

Aufnahme 1 (Amateuraufnahme) vgl. mit Aufnahme 5

Das Foto wurde mit einer Amateurkamera bei Tageslicht im Freien gemacht. Auffallend ist die starke Betonung der Leinwand, weil das Licht überwiegend seitlich einfiel. Entsprechend den Voreinstellungen dieses Kameratyps sind die Kontraste viel zu stark und die Farben zu knallig. Das Bild hat einen Farbstich hin zu Blau und Magenta, besonders gut zu sehen an dem Halbkreis rechts oben, der neutral grau sein sollte und an der Verfärbung rechts unten. Der deutliche Versatz beim Bildwechsel hat mit den nicht reproduzierbaren Aufnahmewinkeln zu tun.


Studioaufnahme mit Blitzleuchten

Aufnahme 2 (Studioaufnahme) vgl. mit Aufnahme 5

Nur im Studio mit exakter Positionierung von Objekt, Kamera und Lichtquellen sowie konstanter Farbtemperatur sind reproduzierbare Ergebnisse möglich. Trotzdem treten Probleme auf. Obwohl im Winkel von 45 Grad beleuchtet, entstehen kleine Spitzlichter (gut sichtbar im grauen Halbkreis und der Reflexkante am rechten Rand) und die Farbsättigung leidet generell unter einer leichten Reflexion. Deutlich sind auch die Farbabweichungen (vgl. insbesondere die Rottöne), die daher rühren, dass heutige Sensoren (unabhängig vom Preis) weit von einer korrekten Farbwiedergabe  entfernt sind.


Studioaufnahme mit Polarisationsfiltern

Aufnahme 3 (mit Polfilter, ohne Sensor-Farbkorrektur) vgl. mit Aufnahme 5

Als nächstes kann man dem Problem der Reflexionen mit gekreuzten Polfiltern begegnen. Vor die Studioblitze kommen Filter, die nur Licht durchlassen, das in waagrechter Ebene schwingt. Vor das Objektiv wird ein Polfilter im Winkel von 90 Grad dazu montiert. Reflexe können so vollkommen unterdrückt werden (zu sehen am Fehlen der Reflexkante und der Spitzlichter im grauen Halbkreis) und die Farben werden deutlich kräftiger. Leider wird im Ergebnis das Gemälde auf seine reine Farbigkeit reduziert, die Strukturen der Oberfläche des Gewebes gehen verloren. Was noch fehlt, ist eine Korrektur der von der Kamera falsch interpretierten Farben.


Studioaufnahme mit Polarisationsfiltern und Sensorkorrektur

Aufnahme 4 (mit Polfilter, mit Sensor-Farbkorrektur) vgl. mit Aufnahme 5

Durch Kalibrierung des Kamerasensors über Referenzfarbtafeln bei definierten Beleuchtungsverhältnissen können die Farbfehler der Aufnahme kompensiert werden. Ein konsequentes Farbmanagement von den Rohdaten bis zum Ausdruck führt letztlich zu überzeugenden Ergebnissen. Während die Farbabweichungen ursprünglich bis zu 12 DeltaE betragen können, betragen die korrigierten Werte hier im Schnitt zwischen 1 und 2 DeltaE, was an der Grenze der Wahrnehmbarkeit liegt. (DeltaE ist ein Maß für Farbabweichungen. (siehe z. B. Wikipedia) Beim Druck ist noch die Wahl des richtigen Papiers in Bezug auf Grundton, Struktur und Oberfläche von Bedeutung.


Studioaufnahme wie zuvor mit zusätzlichem Streiflicht

Aufnahme 5 (mit Polfilter, mit Sensor-Farbkorrektur und Streiflicht)
Aufnahme 5 (mit Polfilter, mit Sensor-Farbkorrektur und Streiflicht)

Auf Kosten der Farbreinheit kann mit einem weiteren Studioblitz, der als Streiflicht eingesetzt wird, die Oberflächenstruktur gezielt wieder zum Vorschein gebracht werden. Der Lichteinfall geschieht aus einem sehr flachen Winkel, so dass keine Reflexionen zu befürchten sind. Das Streiflicht erzeugt kleinste schattige Bereiche auf der Leinwand, wodurch das Bild dunkler wird und sich der Gesamteindruck ändert. Die Bildwirkung kommt aber meiner Ansicht nach der unmittelbaren Anschauung näher, da auch das reale Gemälde wechselndem Lichteinfall und daher unterschiedlicher Wahrnehmung ausgesetzt ist.

 

(Zum Vergrößern auf das Bild klicken)